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Ausstellung Kunst u. Kulturverein Erbendorf
Sonntag, 19. April , 14:00 – Sonntag, 24. Mai , 17:00

Öffnungszeiten: Ab 19.04.2026 samstags und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr (Samstag 18.04.2026 geschlossen)
Der Kunst-und Kulturverein Erbendorf präsentiert ab 19. April im Kunsthaus Waldsassen gut 60 Arbeiten von 14 Mitgliedern
Von Ulla Britta Baumer
Was die Vereine Kunsthaus Waldsassen KuWa und Kunst- und Kulturverein KuKuve Erbendorf gemeinsam haben, sind nicht allein der Auftrag und die Botschaft, Kunst und Kultur zu vermitteln und in lockerer, geselliger Atmosphäre an den Mann oder die Frau in der Region zu bringen. Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den Kunstkollegen beider Landkreisstädte auch in anderen Dingen mehr als genug. So können sich die beiden Vereine in Sachen hohe Mitgliederzahlen gern die Hände reichen: Sowohl die Waldsassener wie Erbendorf dürfen sich über aktuell 150 Mitglieder glücklich schätzen. Zu verdanken ist das in beiden Fällen den rührigen Vereinsmitgliedern und Vorstandschaften, die seit der jeweiligen Vereinsgründung die Werbetrommeln mit spektakulären und interessanten Veranstaltungen mächtig rühren. Und irgendwie scheint vor gut zehn Jahren etwas gefehlt zu haben im Landkreis. Denn obwohl es auch in Tirschenreuth seit vielen Jahren eine Künstlervereinigung gibt sowie im Umfeld bis Weiden oder Richtung Selb, war der Ansturm von Interessierten für beide Vorstände von Anbeginn an überraschend groß. Vor über zehn Jahren wurde der Verein Kunsthaus Waldsassen aus einer privaten Idee von Wolfgang Horn und Markus Braun aus der Taufe gehoben. Die Männer wollten sich ein Kunstdomizil in der Klosterstadt schaffen und fanden in einem alten Stadel in der heutigen Kunstgasse unterhalb des Jugendheims eine angedachte Bleibe. „Dann merken wir bald, dass wir das allein nicht stemmen können“, erzählt Wolfgang Horn einer Abordnung von Künstlerinnen und Künstler aus Erbendorf, die zur Besichtigung des Kunsthauses nach Waldsassen gefahren sind. Wolfgang Horn und Markus Braun (leider verstorben) holten sich Gleichgesinnte ins Boot, überzeugten die Stadt Waldsassen von dieser Kulturstätte und gründeten den Verein Kunsthaus Waldsassen (KuWa). Genau vor zehn Jahren konnte dann der umgebaute Stodl unter Trägerschaft der Stadt Waldsassen eröffnet werden. Um diese Kunststätte sind den Waldsassrnern so gut wie alle Kunstvereinigungen der Region offen neidisch. Denn niemand kann mit einem eigenen Kunsthaus glotzen. Sogar der Oberpfälzer Kunstverein (OKV) aus Weiden gab einmal bei einer Ausstellung im Kunsthaus Waldsassen gern zu, dass es die Weidener bis heute nicht zu einem derart noblen Vereinsheim geschafft hätten.
Auch der Tirschenreuther Kunstverein hat im Kunsthaus ausgestellt. Nun, meint Zweiter Vorsitzender Jürgen Frischholz aus Erbendorf sei es an der Zeit, dass sich die Erbendorfer in der Klosterstadt präsentieren. KuKuve entstand aus einer Initiative von Jürgen Frischholz und seinem Sohn David Frischholz. Beide wünschten sich vor gut fünf Jahren mehr Kultur in der Heimatstadt und fanden bei der Vereinsgründung viele Mitstreiter und Mitstreiterinnen.
Auch Jürgen Frischholz lässt sich gern vom Kunsthaus beeindrucken, obwohl er nicht zum ersten Mal vor Ort ist. Man kennt sich, trifft sich, tauscht sich aus, schaut nicht ohne Neugierde nach, was wohl die Kollegen im anderen Ort an Kunst zu bieten haben. Als die Zweite Vorsitzende von Erbendorf, Eva Konz, im vergangenen Jahr in Waldsassen ausstellte, wurden Nägel mit Köpfen gemacht. 60 bis 70 Ausstellungsstücke, zählt Frischholz in Vertreten des ersten Erbendorfer Vorsitzenden, David Frischholz, zusammen für die Präsentation in Waldsassen. Gezeigt werden viele Acryl- und Ölmalereien sowie neun Skulpturen und unter anderem Fotografien von Siegfried Steinkohl, dem bekannten Steinwald-Naturfotografen aus Friedenfels. „Wir sind von Anfang an bestrebt gewesen, kein Konkurrenzdenken an den Tag zu legen“, erklärt Frischholz zur Philosophie des Vereins, der sich in jeder Hinsicht mit den Botschaften der Waldsassener Künstlergilde deckt. Frischholz betont, gerade in der Förderung von Kunst und Kultur für die Allgemeinheit sollten die Engagierten zusammenhalten. Was nicht allerorts die Regel sei, fügt er an. Wolfgang Horn nennt zudem die Jugendarbeit, die besonders gefördert werde.
Womit Erbendorf leider nicht glänzen kann, ist eine derart schicke Bleibe wie in Waldsassen. Im Gegenteil kämpft der KuKuWe Verein just um einen neuen Standort für Vereinstreffen, Veranstaltungen und Gruppenarbeiten wie Workshops und anderem. Frischholz berichtet von der Schließung des bisherigen Vereinsheims, was er enorm bedauert und dem Verein vorerst Sorgen bereitet. Während gleichzeitig die Suche nach neuen Räumlichkeiten auf Hochtouren läuft, machen die Erbendorfer eben Zwischenstation im Kunsthaus Waldsassen. Fans der schönen Künste dürfen jede Menge künstlerische Impulse aus dem westlichen Landkreis erwarten, darunter phosphorzierende Malereien mit ausdrucksstarker Leuchtkraft. Auch das ist ein Thema des sonntäglichen Treffens im Kunsthaus, es muss ein dunkler Stellplatz gefunden werden. Kunsthaus-Techniker Werner Müller nutzt die Gelegenheit, sich zwecks passender Beleuchtung mit den Ausstellern zu besprechen und weil auch einige Bandmitglieder anwesend sind, wird der musikalische Part auf der Bühne ebenso beredet. In Erbendorf ist der Künstlerkalender zu den Exponaten der Ausstellung bereits in Arbeit. Die musikalische Begleitung der offenen Vernissage am 17. April übernimmt die Band „Franka and the Tiny Mister“, während der Ausstellungsdauer sind zu den Öffnungszeiten Mitglieder aus Erbendorf regelmäßig vor Ort.
Und weil Wolfgang Horn, Prokurist im Möbelhaus Gleißner, 65 Jahre alt und Jürgen Frischholz, 62 Jahre und Qualitätsingenieur, beide in den kommenden Wochen in den wohlverdienten (Un-) Ruhestand gehen wollen und damit mehr Zeit für Kunst haben werden, kann es jederzeit möglich sein, dass in den kommenden Kunstjahren eine weitere gegenseitige Befruchtung beider Vereine jederzeit zu erwarten ist. Man darf gespannt sein.